Verschlossene Akten, verspätete Forschung – Onlinegespräch mit Annette Weinke und Raphael Thomas
Woran hapert die Erforschung von NS-Kontinuitäten der Bundesgerichte? Vor welchen rechtlichen Problemen steht die Archivierung wichtiger Justiz- und Behördenakten? Ein Online-Gespräch am 14. Juni um 18 Uhr.
Trotz Informationsfreiheitsgesetz und Novellierung des Bundesarchivgesetzes gelten auch heute in Bezug auf einzelne Aktenbestände nach wie vor Sonderbestimmungen, die die Nutzung für Wissenschaft und Journalismus erschweren. Anderthalb Jahrzehnte nach Beginn der Behörden- und Ressortforschung in Deutschland ist zudem kaum zu übersehen, dass speziell die Erforschung der Geschichte der Bundesgerichte weiterhin auf der Stelle tritt. Am 14. Juni 2021 ab 18 Uhr diskutiert Annette Weinke, Historikerin und Beiratsmitglied des Forums, mit Raphael Thomas, Rechtsanwalt und einer der Autoren des Bandes „Zwischen Aufarbeitung und Geheimhaltung“ über die Gründe für anhaltende Zugangshindernisse bei Justiz- und Behördenakten sowie damit verbundene Probleme für die Juristische Zeitgeschichte.
Den Link zum Zoom-Gespräch erhalten alle, die sich unter info@forum-justizgeschichte.de anmelden im unmittelbaren Vorfeld zum Gespräch per Mail zugesandt.
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