Dokumentarfilm über Adolf Eichmann
Ein israelischer Dokumentarfilm beschäftigt sich mit den Eichmann-Interviews von Willem Sassen. Unsere Mandantin Gaby Weber hatte einst den Zugang zu diesen Akten erstritten.
Beim gerade zu Ende gegangenen Dokumentarfilmfestival „Docaviv“ in Tel Aviv hat der Film „The Devil’s Confession: The Lost Eichmann Tapes“ des israelischen Filmemachers Yariv Mozer Premiere gefeiert. Der Film lief am 7. Juni im israelischen Fernsehen und wird voraussichtlich auch international in die Kinos kommen.
Der Film beschäftigt sich mit dem NS-Verbrecher Adolf-Eichmann, der nach dem Krieg nach Argentinien geflohen war und später in Israel verurteilt und hingerichtet wurde. Der Dokumentarfilm beruht im Wesentlichen auf den Aufnahmen des Nazi-Journalisten Willem Sassen, der Eichmann in Argentinien interviewte. Laut dem Trailer werden die Aufnahmen jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Dazu weisen wir auf Folgendes hin:
Teile des Interviews sind bereits seit vielen Jahren im Bundesarchiv in Koblenz einsehbar. Das volle aus ca. 700 Seiten bestehende Transkript wurde bis 2011 vom Bundesnachrichtendienst unter Verschluss gehalten, bis unsere Mandantin Dr. Gaby Weber mit Hilfe ihres damaligen Rechtsanwalts Dr. Reiner Geulen vor Gericht Zugang zu den Akten erstritt. Der Fachsenat des Bundesverwaltungsgerichts entschied in seiner wegweisenden Entscheidung, dass der Auslandsgeheimdienst die Akten vorlegen muss (Az. 20 F 22.10, 7 A 6.08). Dr. Gaby Weber hat die Unterlagen bereits in mehreren Dokumentarfilmen verwertet. Inzwischen klagen wir in ihrem Namen auf Zugang zu weiteren Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes. Mit dem französischen Historiker Dr. Fabien Théofilakis verklagen wir zudem das Bundesamt für Verfassungsschutz, das ebenfalls Eichmann-Akten unter Verschluss hält.
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